Fahrzeug im Ausland kaufen: Behörden nicht vergessen

Image by Gerd Altmann from Pixabay

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Der Markt für Gebrauchtwagen verzeichnete in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Anstieg. In nahezu allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind die Preise gestiegen, so auch in Österreich.
Auf der Suche nach einem neuen Gebrauchtwagen schielen viele Bürger in Grenznähe in das Ausland. Offene Grenzen und eine einheitliche Währung machen es möglich. Das Vergleichen von Preisen und eine Probefahrt sind einfach. Wer sich für einen Eigenimport in Österreich entscheidet, muss jedoch einige Dinge beim Kauf von Neu- und Gebrauchtwagen beachten.

Preissteigerungen halten an
In der Europäischen Union sind die Preise für Gebrauchtwagen im Jahr 2019 um durchschnittlich 9 Prozent gestiegen. Das geht aus einem Vergleich vom Online-Automarkt AutoScout24 einher, dem größten Portal seiner Art in Europa. Zu den Preistreibern im Euroraum gehören Belgien und Österreich. Hierzulande sind die Gebrauchtwagenpreise um mehr als acht Prozent im Durchschnitt angestiegen.
Mittlerweile ist Österreich kein günstiges Pflaster mehr für einen neuen Gebrauchtwagen. Die Alpenrepublik zählt zu den teuersten Staaten und reiht sich in eine Liste mit Frankreich und Deutschland ein. Für den Kauf eines Gebrauchtwagens lohnt sich der Grenzübertritt gen Süden. In Italien liegen die Preise deutlich unter dem Niveau in Österreich. Ein Blick lohnt sich ferner auch auf den spanischen Markt für gebrauchte Fahrzeuge. Die Differenz kann in manchen Fahrzeugklassen bis zu 6.500 Euro betragen.

Finanzierung sichern
Der Gebrauchtwagenkauf im Ausland kann sich zu einem attraktiven Schnäppchen entwickeln. Doch auch für ein Schnäppchen muss die Finanzierung stehen. Beim Kauf außerhalb von Österreich ist es empfehlenswert, den Kaufbetrag umgehend zu zahlen. Fehlt das nötige Geld im Portmonee, können sich Käufer einen Kredit von 20.000 Euro ohne viel Bürokratie sichern.
Der Kredit aus dem Internet sollte nur bei einem renommierten und vertrauenswürdigen Anbieter abgeschlossen werden. Sie versprechen Seriosität, Sicherheit und einen verlässlichen Datenschutz. Bei der Beantragung ist der Kredit nicht zu eng zu fassen. Neben dem Kaufpreis fallen weitere Kosten für die Überführung und die Anmeldung bei einem Eigenimport an. Sie sind mit dem Kredit begleichbar.

Wissenswertes zum Kauf
In Österreich gilt ein Fahrzeug erst dann als Gebrauchtwagen, wenn es seit der erstmaligen Inbetriebnahme bereits 6.000 Kilometer auf dem Tacho hat und die Inbetriebnahme vor mindestens sechs Monaten erfolgte. Sonst handelt es sich per Gesetz um einen Neuwagen, die bei einem Import anders behandelt werden.
Der Kauf findet idealerweise bei einem Händler statt. Dann nämlich gilt in der gesamten EU eine Gewährleistung des Händlers gegenüber dem privaten Käufer. Vorauszahlungen sind zu vermeiden, erst bei Vertragsunterzeichnung wird der Kaufpreis hinterlegt. Das Auto sollte über eine EU-weite Betriebserlaubnis verfügen, damit der Import nach Österreich nicht zu einer bösen Überraschung wird.

Anmeldung bei den Behörden
Böse Überraschungen können auch bei der Behörde lauern – insofern man sich im Vorfeld nicht informiert hat. In jedem Fall fällt die NoVA (Normverbrauchsabgabe) an. Sie wird auch bei der Anmeldung eines Fahrzeuges fällig, das aus dem Ausland nach Österreich gebracht wird. Die Höhe der NoVA ermittelt im Vorfeld der NoVA-Rechner vom Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC).
Folgende Kosten können je nach Fahrzeug ebenfalls anfallen:
• Eintragung in die Genehmigungsdatenbank
• Kosten für Überstellungskennzeichen
• Einfuhrumsatzsteuer bei einem Import aus einem Nicht-EU-Land
• Zollgebühren bei einem Import aus einem Nicht-EU-Land