Gesundheitsvorsorge für den Mann

Bildrechte: Flickr Doctor Matt Madd CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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Bildrechte: Flickr Doctor Matt Madd CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Obwohl Männer und Frauen in Österreich gleichermaßen an ihre Gesundheit denken, sind es vor allem die Frauen, die vermehrt die Angebote von Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Zwar wissen die Männer, dass sie mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung gehen sollten, doch gerade mal ein Drittel wagt den Gang zum Arzt. Dabei kann der jährliche Gesundheitscheck mögliche Erkrankungen rechtzeitig erkennen und den Therapieverlauf begünstigen. Doch welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es für den Mann?

Zu wenige Männer kümmern sich aktiv um die eigene Gesundheitsvorsorge

Laut einer Studie (PDF) der Marktagent.com online research GmbH in Kooperation mit der Movember-Stiftung haben Männer ein ambivalentes Verhältnis zur Gesundheitsvorsorge. Obwohl fast 60 Prozent der befragten Österreicher der Meinung sind, man solle zumindest einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung gehen, nehmen nur 36,5 Prozent tatsächlich die Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge einmal im Jahr oder öfter wahr. 

Die Motive für den jährlichen Gesundheitscheck beim Arzt sind vielfältig, doch nur die wenigsten fühlen sich durch andere dazu gedrängt: Während rund 17 Prozent der Befragten die Vorsorge auf Anraten ihres Arztes machen lassen, tun es weniger als 9 Prozent ihrer Familie und Freunden zuliebe. Der Großteil möchte durch die Vorsorgeuntersuchungen aktiv etwas für die eigene Gesundheit tun. Etwa 55 Prozent sind der Meinung, eine frühzeitige Erkennung einer möglichen Erkrankung verbessere die Heilungschancen, etwas mehr als 47 Prozent möchten sichergehen, dass sie gesund sind, und an die 42 Prozent sind überzeugt, dass solche Vorsorgeuntersuchungen Leben retten können. 

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern

Ein häufiger Grund, weshalb Männer selten zum Gesundheitscheck gehen, ist das fehlende Wissen, dass es solche Angebote überhaupt gibt. Grundsätzlich kann jeder Volljährige, der in Österreich wohnt, jährlich zum Vorsorgecheck beim Hausarzt gehen, ohne dass Kosten auf ihn zukommen. Die jeweiligen Untersuchungen dienen der Früherkennung und Vorbeugung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie altersbedingten Phänomenen wie Demenz. Auch Krebserkrankungen können durch verbesserte Screening-Maßnahmen oft schon im Frühstadium behandelt werden, wobei bei Männern mit knapp 60.000 Fällen im Jahr 2014 am häufigsten Prostatakrebs diagnostiziert wurde. 

Ein entstehender Prostatakrebs ist ohne ärztliche Untersuchung kaum zu erkennen, da Symptome wie Beschwerden beim Wasserlassen im frühen Stadium oft nicht auftauchen. Die Prostata, die Geschlechtsdrüse des Mannes, ist ein wichtiges Organ für den männlichen Körper, denn sie steuert nicht nur Sekret zum Ejakulat bei, sondern ist auch am Hormonstoffwechsel beteiligt. Außerdem stützt die Prostatamuskulatur den Blasenhals, sodass ungewollter Harnverlust bei Männern oftmals auf eine schwache Prostatamuskulatur zurückzuführen ist. Männer sollten sich deshalb nicht nur über die Prostata informieren, sondern über den männlichen Körper allgemein, um Veränderungen bewusst wahrzunehmen. 

Lebenserwartung der Österreicher ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen

Das Untersuchungsprogramm lässt sich grundsätzlich in drei Kategorien unterteilen:

  • Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen
  • Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Früherkennung von häufigen Krebserkrankungen

Notwendig für die Diagnostik ist eine Abgabe von Urin und Blut, denn so bekommt der Arzt schnell einen Überblick über die Werte des Patienten. Außerdem erstellt der Arzt ein individuelles Risikoprofil anhand der Lebensgewohnheiten – ob der Patient zum Beispiel raucht oder Alkohol trinkt – sowie der körperlichen und internistischen Werte wie Gewicht oder Blutdruck. Anhand dieser Daten, der Krankengeschichte und Erkrankungen in der Familie kann sich der Hausarzt einen guten Überblick verschaffen, wie es um die Gesundheit des Patienten steht und ob es Anzeichen für mögliche Erkrankungen gibt, die man weiterverfolgen müsste. Für den Ausschluss von Krebserkrankungen des Darmes oder der Prostata ist hingegen der Gastroenterologe beziehungsweise der Urologe zuständig. 

Schlussendlich verfolgen die Vorsorgeuntersuchungen nicht nur das Ziel, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, sondern im besten Fall gesundheitliche Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen einzudämmen. Dass der Gesundheitscheck einen Anteil an der gestiegenen Lebenserwartung der Österreicher hat, davon ist der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger überzeugt. Während die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern und Frauen vor 1974 bei 75 beziehungsweise 67 Jahren lag, beträgt sie heute bei Männern durchschnittlich 75 und bei Frauen 82 Jahre. Man kann als Mann also nicht früh genug damit anfangen, bewusst und aktiv für die eigene Gesundheit zu sorgen.