Nach Integration der vom Land Steiermark betriebenen Landespflegezentren in die KAGes und um langfristig die Vorgaben des Steiermärkischen Pflegeheimgesetzes zu erfüllen, wurde die Entscheidung getroffen, das bestehende Landespflegezentrum Mautern durch einen Neubau zu ersetzen. Die bauliche Abwicklung erfolgte durch das Amt der Steiermärkischen Landesregierung Abteilung 16 – Referat Landeshochbau.

Dieser Neubau wurde nach Durchführung eines Architektenwettbewerbes und nach umfassenden Planungen am Areal des alten Landespflegezentrums mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von Euro 14,5 Millionen errichtet und in einer Bauzeit von nur eineinhalb Jahren fertiggestellt.

Das neue Landespflegezentrum verfügt über insgesamt 84 BewohnerInnenplätze, die mit 54 Einzelzimmern und 15 Doppelzimmern in drei Wohngruppen gegliedert sind. Wesentliches Ziel der baulichen Neugestaltung war es, die Ansprüche nach zeitgemäßem Komfort, Funktionalität und bewohnerfreundlicher Wohnatmosphäre in Einklang zu bringen. Alle Wohnbereiche sind im Speziellen mit Fernseher, Kühlschrank und Hotelsafe ausgestattet. Die Namen der einzelnen Wohnbereiche (Reitingblick, Bergmannsbrunnen, Josefiplatz) stellen einen Bezug zur Umgebung her und geben dadurch und verstärkt durch eine seniorengerechte Farbgestaltung den BewohnerInnen Orientierung, Geborgenheit und Sicherheit.
Ein Heim zum Leben versteht seine Aufgabe darin, allen BewohnerInnen die Pflege und Betreuung zukommen zu lassen, um in Würde und selbstbestimmt alle noch vorhandenen Ressourcen so lange wie möglich zu erhalten und jedem Defizit gezielt nach dem Stand der Wissenschaft entgegen zu treten nach dem Motto
„Nicht überfordern, nicht unterfordern – aktiv halten“.

Foto: © Stefan Cugowski
Foto: © Stefan Cugowski

Im Sinne dieser Zielsetzung präsentiert sich der nunmehr fertiggestellte Neubau heute als modernes Landespflegezentrum mit zeitgemäß ausgestatteten BewohnerInnen-zimmern, mit großzügigen hell und freundlich gestalteten Plätzen für Begegnungen und Kommunikation, mit viel natürlichem Licht, aber auch mit Orten für Rückzug.

Die Gestaltung des Außenbereiches wird mit Abbruch des alten Landespflegezentrums und mit der an dieser Stelle vorgesehenen Errichtung einer großzügigen Park- und Grünanlage in direkter fußläufiger Anbindung an das Ortszentrum im Sommer dieses Jahres abgeschlossen werden.

Die beispielgebende Architektur des Landespflegezentrums

Auf einem Basisgeschoss, welches alle allgemeinen Bereiche und die Versorgung umfasst, ruhen zwei Baukörper mit ein bis zwei Geschossen, die mit einer Erschließungsspange verbunden sind. Jeder Baukörper ist in sich gegliedert und die eingeschnittenen Innenhöfe schaffen vielseitige Raum- und Blickbezüge. Um diese Innenhöfe entwickelt sich ein abwechslungsreiches Wegesystem, welches Bewegung und Rundgänge im Inneren (8er-Schleifen) ermöglicht.

Das Erdgeschoss

Im Erdgeschoss wurde mit einem Veranstaltungssaal, einer Kapelle und einer Cafeteria eine Zone der Begegnung für BewohnerInnen, BesucherInnen und MitarbeiterInnen geschaffen. Weiters sind im Erdgeschoss die Räumlichkeiten für die Verwaltungs- und für Wirtschaftsbereiche eingerichtet. Die beiden Innenhöfe südlich und nördlich der Aufenthaltszonen sind Schnittpunkte zur äußeren Umwelt und erschließen zukünftig auch den neu angelegten Bewegungsgarten und die Einbindung in die Ortsmitte.
Die Informations- und Servicezonen sitzen optimal erreichbar an den Nahtstellen zu den darüber liegenden Wohngeschossen.

Die Obergeschosse

Die beiden Obergeschosse sind in zwei Baukörper getrennt, welche durch eine Spange erschlossen werden und die Wohneinheiten der BewohnerInnen beherbergen. Die Wohngeschosse sind aufgrund des Rastersystems flexibel, was eine Adaptierbarkeit auf geänderte Bedürfnisse in der Zukunft möglich macht.

Die innere Erschließung erfolgt netzartig um die Atrien herum und sichert einerseits eine optimale und abwechslungsreiche Wegeführung für die BewohnerInnen und andererseits kurze Erschließungswege für das Personal. Orte des Verweilens wechseln mit Wegen des Ausblicks und des Lichts und führen zu den Aufenthaltszonen, den inneren Plätzen jeder Station.

In der Mittelzone des Baukörpers gruppieren sich der zentral gelegene Info-Point, die Sanitär- und Technikeinheiten, sowie der Aufenthaltsraum für die BewohnerInnen mit einer südseitig angrenzenden Loggia. Die BewohnerInnenzimmer sind umlaufend um die Mittelzone angeordnet. Die Ausbildung von privaten Nischen bietet einen Ort für Begegnung außerhalb des privaten Rückzugsbereiches.

Die Eingangszonen der Wohnbereiche sind privat gestaltbar und mit signifikanten und symbolhaften Darstellungen in den jeweiligen Bereichen akzentuiert. Dieser Eindruck wird zusätzlich durch das seniorengerechte Farbkonzept unterstützt.

Die Wege in den Stationen sind vielfältig und abwechslungsreich entlang der Atrien geführt. Die Kommunikationszonen liegen daran angedockt und sichern Schutz- und private Nischenbereiche für Begegnung und Leben in der Wohngemeinschaft außerhalb der privaten Rückzugsbereiche.

Daten und FaktenSpatenstich 31. Mai 2016
Baubeginn 18.Juli 2016
Übergabe / Übernahme 5. Dezember 2017
Bauzeit gesamt: 17,5 Monate
Inbetriebnahme: 5.Jänner 2018Kosten:
Gesamtkosten (Preisbasis 05 / 2017): € 14,5 Mio.
Anteil Einrichtung (Preisbasis 12 / 2017): € 0,75Mio. (Anteil KAGes)

Bruttogeschossfläche: 7.438 m²