Kaum kündigt sich die Vorweihnachtszeit an, geht die jährliche Suche nach passenden Geschenken für die Liebsten los. Sehr beliebt bei romantisch gesinnten Menschen ist das Verschenken eines Sterns am Himmel. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Weißt du, wie viel Sternlein stehen…?

Die kurze Antwort: Eine ganze Menge. Schon 2003 wurde die Zahl der Sterne in den bekannten Galaxien von Forschern auf 70 Trilliarden geschätzt. Das sind 70.000 Millionen Millionen Millionen. Neueren Forschungen zufolge könnten es sogar zehmal so viele sein. Längst nicht alle diese Sterne tragen auch einen Namen. Mit einer Sterntaufe lässt sich ein solcher Stern auf den Namen des beziehungsweise der Liebsten taufen und verschenken – zumindest theoretisch. In der Praxis ist es natürlich so, dass gerade gut sichtbare und helle Sterne oft mehrmals vergeben werden.

Ein Stern in vielen Datenbänken

Anbieter von Sterntaufen wie die Starling Star Registry führen eine Datenbank, in der alle bekannten Sterne verzeichnet sind. Käufer wählen selbst, ob es ein „normaler“ Stern sein soll oder ein leicht zu findender heller Stern. Verliebte Paare können einen Doppelstern wählen und wer an Astrologie glaubt, nimmt den Hauptstern seines Sternbildes. Der Name des Käufers wird dann in die Datenbank eingetragen. So wird aus dem Stern Delta Arietis im Sternbild Widder dann „Julia“. Der Name wird mit Koordinaten auf eine Urkunde zum Verschenken gedruckt. Die beschenkte Julia kann sich zuhause zuhause mit dem Teleskop auf die Suche nach ihrem Stern machen oder ihn sich in einer Sternwarte zeigen lassen.

Der Haken: Es gibt zahlreiche Anbieter von Sternentaufen. So wird möglicherweise in den USA eine Jennifer in den Nachthimmel schauen und in Delta Arietis ihren Stern erblicken, in Italien ein Alessandro und in Indien eine Parvati. Aber dies ändert nichts daran, dass oben am Himmelszelt der eine spezielle Stern über einen Menschen wacht und die Chance, dass Julia, Jennifer, Alessandro und Parvati aufeinander treffen und um ihren Stern streiten, dürfte verschwindend gering sein.

Sterne haben keinen Besitzer

Einen richtigen Besitzer haben Sterne ohnehin nicht. Nach ihrer Entdeckung werden neue Sterne bei der Internationalen Astronomischen Dachorganisation der Astronomie und Astrophysik (IAU) registriert. Lediglich Kometen tragen dabei den Namen ihres Entdeckers – wie der berühmte Halleysche Komet, der bereits im 18. Jahrhundert von Edmond Halley entdeckt wurde und dessen Erscheinen alle 76 Jahre regelmäßig die Menschheit erschreckt. Normale Sterne erhalten dagegen streng wissenschaftliche Namen wie Delta Arietis.

Einen Stern zu verschenken ist also in erster Linie eine herrlich romantische Geste: So wie der geliebte Mensch einzigartig auf der Welt ist, wird auch ein ganz bestimmter Stern am Himmel einzigartig und begleitet die geliebte Person durch das Leben.

Kommentar verfassen