Leoben – 31.8.2017: Österreichs Gemeinden sollen sich künftig 10 Millionen Euro jährlich für Mikro-Öffis abholen können, so der Plan von Verkehrsminister Jörg Leichtfried. Mit lokalen Verkehrsangeboten wie Anruf-Sammeltaxis oder Gemeindebussen fahren Bürgerinnen und Bürgern schnell und kostengünstig von ihrem Heimatort in die Schule, die Arbeit oder zum nächsten Einkaufzentrum. Jugendliche etwa kommen so abends sicher von der Diskothek im Nachbarort nach Hause. Schon jetzt schließen Mikro-Öffis wie der „gMeinBus“ im steirischen Trofaiach die Lücke zwischen entlegenerem Wohnort und regulären Linienverkehren wie Bus und Bahn. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sprachen sich Verkehrsminister Jörg Leichtfried, der steirische Verkehrslandesrat Anton Lang und die SPÖ-Jugendspitzenkandidatin Gemeinderätin Nicole Pasti für den flächendeckenden Ausbau von Mikro-Öffis in ganz Österreich nach dem steirischen Vorbild aus.

„Mikro-Öffis wie Sammeltaxis und Gemeindebusse sind maßgeschneiderte Lösungen für die Gemeinden in den ländlichen Regionen. Sie ergänzen Bahn und Bus auf der ‘letzten Meile‘ und schließen die Lücke zwischen Wohnort und Schule, Sportverein oder Einkaufszentrum. Jugendliche etwa können abends das Auto stehen lassen und kommen sicher von der Diskothek im Nachbarort nach Hause. Wir verbessern damit die Lebensqualität der Bevölkerung und tragen dazu bei, dass junge Menschen in den Regionen bleiben“, betont Leichtfried und verweist auf die steirische Mikro-ÖV-Strategie als Erfolgsbeispiel. Und weiter: „Es muss mehr Geld in die Regionen fließen. Wir wollen Mikro-Öffis in unseren Gemeinden künftig mit 10 Millionen Euro fördern. Das steirische Erfolgsmodell soll österreichweit Schule machen.“

Der steirische Verkehrslandesrat Anton Lang: „Seit dem Start der steirischen `Mikro-ÖV-Strategie‘ im Vorjahr sind 43 Mikro-ÖV-Anträge von weißgrünen Gemeinden in der zuständigen Abteilung eingelangt. 12 davon kommen aus der Obersteiermark. Wir haben für uns das Ziel formuliert, dass es in den nächsten Jahren in der Steiermark keine weißen Flecken mehr im Bereich des öffentlichen Verkehrs gibt“, freut sich Verkehrslandesrat Anton Lang und betont: „Mikro-ÖV-Angebote im Sinne unserer steiermarkweiten Strategie sind bedarfsorientiert, flexibel und in ihrer Größenordnung im Vergleich zum konventionellen Linienverkehr eher klein gehalten – ‚mikro‘ eben, aber für die Betroffenen umso wichtiger.“ Im Bereich der flexiblen Nahmobilitätslösungen stellt die Steiermark eine echte Musterregion dar. Mit der steiermarkweiten „Mikro-ÖV-Strategie“ werden flexible, öffentliche Zubringer unterstützt und die Mobilitätschancen der ländlichen Bevölkerung erhöht. Im Landesbudget sind pro Jahr insgesamt 1,5 Millionen Euro für Mikro-ÖV-Projekte vorgesehen. In einer zweijährigen Probephase beträgt die Förderhöhe 30 Prozent und bis zu 30.000 Euro. Im Dauerbetrieb für mindestens fünf Jahre 20 Prozent und bis zu 20.000 Euro, mit Möglichkeit der Verlängerung.

Besonders wichtig ist die Schließung der Mobilitätslücken am Land für junge Menschen. Um Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen wahrnehmen zu können, sind sie sehr oft auf den öffentlichen Verkehr angewiesen und profitieren dabei besonders vom Ausbau der Mikro-Öffis. Neben möglichst kurzen Intervallen bei Bus und Bahn braucht es aus der Sicht von SP-Jugendspitzenkandidatin Nicole Pasti attraktive und vor allem leistbare Mobilitätsangebote in alle Gemeinden. „Um junge Menschen in der ländlichen Region zu halten, braucht es ein flexibles und vor allem leistbares Öffi-Angebot. Mikro-Öffi-Angebote erleichtern Schulwege und Freizeitaktivitäten. Der Gmein-Bus in Trofaiach stellt dabei aus meiner Sicht ein gutes Beispiel dar. So muss Mikro-ÖV sein“, meint Nicole Pasti, die steirische Jugendspitzenkandidaten der SPÖ.