Kren ist nicht nur scharf und die traditionelle Würze zur Osterjause. Er soll auch eine potenzfördernde und antibiotische Wirkung haben. Anbauregion gibt es in Österreich nur eine, die südliche Steiermark. Steirischer Kren gilt als besonders scharf. Ist er mit dem „g.g.A.“-Zeichen versehen, kommt er garantiert aus der Steiermark, kann aber im Ausland verarbeitet worden sein.

„Der Kren will täglich seinen Herren sehen“, sagt man. Dass die Krenstange so wird, wie man sie kennt, ist nämlich gar nicht einfach. Bis zu 15 Handgriffe pro Krenstange müssen Bauer und Saisonarbeiter erledigen, bis sie diese verkaufen können. Besonders aufwändig ist das „Kren heben“. Jede einzelne Stange wird nach etwa einem Monat noch einmal aus der Erde gehoben und überflüssige Triebe werden entfernt. Bio-Krenanbau ist eine noch größere Herausforderung. Der Bauer muss das Unkraut händisch entfernen, weil er kein chemisch-synthetisches Mittel verwenden darf. Nur ein einziger der 80 österreichischen Krenbauern führt einen Bio-Betrieb. Er erntet auf einem Hektar nur halb so viel wie seine konventionellen Kollegen.

Kren
Steirischer Kren gilt als besonders scharf. / © Land schafft Leben, 2017

Vermehrung und Anbau in der Steiermark

In der modernen Gemüseproduktion kommt meist Hybridsaatgut von internationalen Zuchtunternehmen zum Einsatz. Krenbauern sind darauf nicht angewiesen. Sie legen einfach die schönsten Seitenwurzeln der geernteten Krenpflanzen in die Erde. Diese wachsen zu neuen Krenstangen heran. Beim Kren unterscheidet man nicht nach Sorten, sondern nach Herkunft. Steirischer Kren ist einzigartig und gilt als besonders scharf. Die im Kren enthaltenen Senföle verleihen ihm die Schärfe und wirken auf dem Weg durch den menschlichen Körper keimhemmend. Daher beugt Kren bakteriellen Infektionen vor.

Steirischer Kren ist mit dem gelb-blauen Zeichen mit der Aufschrift „Geschützte Geografische Angabe“ versehen. Es garantiert Konsumenten, dass der Kren auf jeden Fall in der Steiermark angebaut worden ist. Die Verarbeitung darf außerhalb der Anbauregion erfolgen. Etwa ein Viertel des „Steirischen Kren g.g.A.“ wird derzeit in Tschechien, unweit der Grenze zu Oberösterreich, verarbeitet.

Überraschend vielseitig in der Küche

Der steirische Spitzenkoch Johann Reisinger zeigt, dass man Kren nicht nur in geriebener Form oder als Apfel-, Obers- und Semmelkren genießen kann. Aus den dünnen Seitenwurzeln macht er Kren-Chips und Kren-Tee, am liebsten mit einem kleinen Kocher direkt am Feld. Die jungen grünen Triebe brät Reisinger in der Pfanne kurz an, macht einen Gemüse-Snack daraus oder garniert Fisch damit. Zur Nachspeise serviert er ein herrliches Apfel-Kren-Sorbet. Land schafft Leben zeigt auf seiner Webseite den Weg des Krens vom Feld bis in Johann Reisingers Kochtopf.
Links

Videos zum Weg des Krens und alle Themen, Daten und Fakten rund um Kren aus Österreich:

www.landschafftleben.at/lebensmittel/kren

Kommentar verfassen